Schützenverein Neumünster von 1869 e. V.

Neumünsters ältester Schützenverein

Historie



Hier beginnt die historische Zeitreise des Schützenvereins:



Aktuell 2018: Die Renovierung des Schützenheimes und die Installation der elektronischen Trefferanzeige









Die Anfänge

Ein Gasthof an der Kieler Straße war am 28. April 1869 die Geburtsstätte unseres Vereins, so geschehen nach dem Willen 20 ehrbarer Bürger des damaligen 'Flecken Neumünster', der erst 1870 das Stadtrecht erhielt.
Das rasche Ansteigen der Mitgliederzahl machte alsbald den Umzug ins 'Tivoli' und später in den 'Schützenhof' erforderlich.
Der dort für den Schießbetrieb zur Verfügung stehende Holzbau konnte bereits im Jahre 1882 durch den Bau einer größeren, massiven Halle ersetzt werden. Ein Jahr danach war diese Schießanlage Schauplatz des ersten großen Schützenfestes. Die Beteiligung sehr vieler Schützen aus nah und fern hinterließ nicht zuletzt auch in der Öffentlichkeit einen nachhaltigen Eindruck.
Das 25-jährige Jubiläum im Jahre 1894 wurde wiederum zu einem großen festlichen Ereignis. Bei dieser Gelegenheit konnte auch unsere kunstvoll gestickte, im Jahre 1890 von den Damen des Vereins gestiftete Vereinsfahne bewundert werden.
Im Jahre 1909 erbauten die Mitglieder in dem Ort Wasbek einen neuen Schießstand, der jedoch alsbald das Sorgenkind des Vereins werden sollte. Die Instandsetzung nach dem 1. Weltkrieg brachte eine hohe Belastung, die zusammen mit den Folgekosten nach der Inflation nicht mehr tragbar war.
Als sich 1933 die Zimmerstutzengesellschaft 'Gut Ziel' dem Schützenverein anschloß, wählte man die 'Reichshalle' als Vereinslokal. In der entsprechend hergerichteten Kegelbahn konnte das Zimmerstutzen- und Kleinkaliberschießen unter verhältnismäßig guten Bedingungen durchgeführt werden, während für das Großkaliberschießen das Krähenhölz und ab 1938 die Schießstände in der Geerdtstraße (seit 1951 Tierpark) zur Verfügung standen.
Nach dem 2. Weltkrieg konnte der Schießsport zunächst nicht weiter betrieben werden, weil auf Veranlassung der Besatzungsmacht das gesamte Vereinsvermögen einschließlich aller Waffen beschlagnahmt wurde.



Die 50er Jahre

Am 22. Juni 1954 fanden sich auf Initiative unseres heutigen Ehrenmitgliedes Bernhard Harms 25 Freunde des Schießsports zusammen, um den Schützenverein von 1869 wieder aufleben zu lassen. Sie wählten Bernhard Harms zum 1. Vorsitzenden und machten zunächst wieder die 'Reichshalle' zu ihrem Vereinslokal. Geschossen wurde mit Luftgewehren auf die Distanz von 10 Metern, eine Disziplin, die sofort bei den Damen des Vereins Interesse fand, so daß sich spontan eine Gruppe von 9 Damen bildete, die mit sportlichem Freihandschießen begann. Im Oktober 1954 wurde das Vereinslokal gewechselt. Es wurde nun unter ebenfalls provisorischen Bedingungen im 'Hotel Doppelkrone', gegenüber dem Bahnhof gelegen, mit Luftgewehren geschossen. Das war den Vereinsmitgliedern jedoch nicht genug. Um auch mit Kleinkalibergewehren auf die Distanz von 50m schießen zu können, sah man sich in der näheren Umgebung um und hatte Erfolg. Noch im gleichen Jahr wurde ein Kleinkaliber-Schießstand in Einfeld, direkt neben der damaligen 'Strandhalle' am See gepachtet. Er lag zwischen den Vereinsstätten vom Segelclub und Kanu-Club Neumünster. Mit viel Arbeit wurde er von den Vereinsmitgliedern ausgebaut. So wurden z.B. Blenden aus Bahnschwellen eingezogen, damit er den Sicherheitsbestimmungen genügte. Am 7.8.1955 wurde der Stand eingeweiht. 4 Bahnen waren festiggestellt. Zu dieser Zeit führte Hans Schirrmacher, der inzwischen Bernhard Harms abgelöst hatte, bis 1956 den Verein. Wieder wurde ein Wechsel des Vereinslokals fällig. Aus der beengten 'Doppelkrone' ging es in die Rendsburger Straße zum 'Hotel Stadt Rendsburg'. Hier stand den Schützen ein relativ großer Saal zum Aufbau der Stände zur Verfügung. Geschossen wurde auch hier nur mit Luftdruckwaffen. Zum neuen Vorsitzenden wurde Karl Buck gewählt.



Die 60er Jahre

Die Konstellation der Trainingsmöglichkeiten, einmal in der Woche LG-Training im 'Hotel Stadt Rendsburg' und am Wochenende KK- und Zimmerstutzentraining in Einfeld, führte zu einer sportlichen Blütezeit des Vereins. Es wurden diverse Titel eingeheimst. Kreismeister in Neumünster, Bezirksmeister im Bezirk Kiel und Landesmeisterschaften. Einzelschützen und eine LG-Mannschaft nahmen an den Deutschen Meisterschaften in Wiesbaden teil. Sie wurden zwar keine Meister, aber sie erinnern sich noch heute gerne an die Teilnahme. In diese Zeit fällt ebenfalls das 90jährige Bestehen des Vereins, das mit reger Anteilnahme des Norddeutschen Schützenbundes in Einfeld begangen wurde. 1967 war ein Jahr des Einschnitts für den Verein. Der KK-Stand in Einfeld mußte zum 30.6.1967 aufgegeben werden. Der Verein mußte zum Training und für Wettkämpfe Stände befreundeter Vereine in Kiel oder den Kreisen Segeberg bzw. Rendsburg/Eckernförde mieten. Luftgewehr und Luftpistole wurde ab 6.4.1967 im Klubhaus des Vereins 'Gut-Heil-Neumünster' geschossen, das von da an Vereinslokal wurde. 1968, ein Jahr vor dem 100jährigen Bestehen, übernahm Jürgen Schütt als 1. Vorsitzender den Verein. Er erkannte, daß die Trainingsmöglichkeiten nicht mehr optimal waren. Inzwischen wurde. im Verein auch Pistole geschossen, eine Disziplin, die nur aufgrund der Mitbenutzung des Standes der Sportschützen Neumünster auf dem Gelände der Bundeswehr in Boostedt trainiert werden konnte. Der Bau einer Anlage für den Schützenverein in Wasbek wurde spruchreif, aber es kam nicht dazu ...







Die 70er Jahre

Der Weg zur eigenen Anlage ...
1973 kam dann die neue Hoffnung des Vereins auf eine eigene Anlage. Der Karstadt-Pavillon sollte abgebrochen werden. Herbert Kühl, damaliger 2.Vorsitzender des Vereins und Abteilungsleiter bei Karstadt, setzte sich vehement für den Verein ein und konnte erreichen, daß der Abbruchunternehmer Herbert Boysen auf das ihm lt. Abbruchvertrag zustehende Material verzichtete. Bedingung war der fristgerechte Abbruch. In einer im Verein beispiellosen Aktion bauten die Mitglieder innerhalb von 14 Tagen den Karstadt-Pavillon sauber ab und lagerten das Material für den Bau einer eigenen Schützenhalle bei befreundeten Landwirten ein. Fast 3 Jahre gingen ins Land bis es soweit war. Inzwischen hatte der Verein durch seine Aktivitäten im Rahmen der neu eingeführten Holstenköste sowie durch die Einführung von Betriebspokalschießen und die Durchführung des 25. Landesschützentages von sich Reden gemacht. Im Januar 1976 konnte dann endlich der Erbpachtvertrag mit der Stadt Neumünster über ein 2,4 ha großes Grundstück am Raderedder (an der Grenze zur Gemeinde Tasdorf) unterschrieben werden. Sofort wurde der nach Plänen von Jürgen Schütt erarbeitete Bauantrag gestellt und im Herbst 1976 mit dem Bau begonnen. Für die Vereinsmitglieder begann die Zeit der Dreifachbelastung. Neben dem eigentlichen Vereinszweck, dem Schießsport und der bei Schützen mit viel Zeitaufwand verbundenen Traditionspflege hatte der dritte Bereich, die Bautätigkeit, plötzlich den höchsten Stellenwert.



Die 80er Jahre

Am 13.5.1977 wurde in Anwesenheit von Vertretern der Stadt Neumünster der Grundstein gelegt. Ein Jahr später, Herbert Kühl hatte inzwischen den Vorsitz des Vereins übernommen, fand das Richtfest statt. Doch es sollte noch bis 1981 dauern, bis der 1. Bauabschnitt mit 16 Ständen für Druckluftwaffen und einer Pistolenanlage mit 5 Ständen, dazu Gastronomie und Jugendraum nach ca. 11.000 Stunden Eigenleistung endlich eingeweiht werden konnte. Nach weiteren 4 Jahren war es dann auch für den 2. Bauabschnitt soweit. Zusätzlich waren 4 Schießbahnen, kombiniert auf 50 und 100 m, 10 Schießbahnen auf 50 m und 6 Pistolenbahnen für das Präzisionsschießen auf 25 m, auf denen auch das Zimmerstutzenschießen auf 15 m sowie das Wintertraining für das Bogenschießen auf der Kurzdistanz von 18 und 25 m möglich ist, entstanden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Disziplin 'laufende Scheibe' zu schießen. Nun begann für den Verein eine Phase der Konsolidierung. Wiederum unter der Leitung von Jürgen Schütt, der 1984 den in der Hochleistungsphase des Vereins hervorragend agierenden Herbert Kühl als 1.Vorsitzenden abgelöst hatte, war die Erhaltung der Anlage, mit der Erfüllung der mit dem Bau eingegangenen Verpflichtungen der Schwerpunkt der Bemühungen. Seit 1981 wird auf unserer Anlage das Landeskönigsschießen durchgeführt. Die Proklamation des Landeskönigs auf der Klosterinsel ist seitdem Jahr für Jahr ein wesentlicher Bestandteil der Holstenköste, an dem neben dem Präsidium des NDSB auch Vertreter der Landesregierung und der Stadt Neumünster teilnehmen. Außerdem wurde ab 1989 die Landesmeisterschaft im KK-Auflageschießen ebenfalls nach Neumünster vergeben.



Die 2000er Jahre

Im Jahre 2008 wurde unter dem jetzigen 1.Vorsitzenden Sven Nietzschellack die Modernisierung der 25 m Stände sowie der 50 und 100 m Aussenstände vorgenommen. Nach erfolgtem Umbau ist das Angebot des Schützenvereins Neumünster nun inkl. BDMP- Mehrdistanzdisziplinen nahezu komplett. Lediglich die Wurfscheibendisziplin Trap erfordert noch ein Ausweichen nach Kaltenkirchen.

Bilder vom Umbau Pistolenstand 1


Bilder vom Umbau Pistolenstand 2



Bogensparte

1992 gab Jürgen Schütt das Amt des 1.Vorsitzenden an Andreas Redmann ab, der sich neben Kontaktaufnahmen zu Peiting (Bayern) und Vereinen in den neuen fünf Bundesländern besonders für die Einrichtung einer Bogensparte einsetzte. Es bildete sich eine starke Gruppe von Bogenschützen, die sich den dafür vorgesehenen Platz entsprechend hergerichtet hat. Den aktiven Sportschützen des Vereins waren damit alle Trainingsmöglichkeiten gegeben, die sie auch mit entsprechendem Erfolg auf Kreis- und Landesebene nutzten.

Leider können wir aus organisatorischen Gründen zur Zeit kein Bogenschießen mehr anbieten.